Die Lehren der Vedas

Es gibt drei Arten der Aneignung von Wissen: Pratyaksa, Anumana und Sabda. Pratyaksa bedeutet” unmittelbar”. Unmittelbare Erfahrung ist nicht sehr verlässlich, weil unsere Sinne nicht vollkommen sind. Wir sehen zum Beispiel jeden Tag die Sonne, und sie erscheint uns wie eine kleine Scheibe, doch in Wirklichkeit ist sie sehr viel größer als viele Planeten. Welchen Wert hat also solches Sehen? Wir müssen daher Bücher lesen, dann können wir mehr von der Sonne verstehen. Unmittelbare Erfahrung ist also nicht vollkommen. Das nächste ist induktives Wissen (anumana): “Es könnte so sein.” Mutmaßungen. Darwins Theorie beispielsweise besagt “Es könnte so sein, oder es könnte auch so sein”, aber das ist keine Wissenschaft. Das sind nur Vermutungen und auch das ist nicht vollkommen. Wenn Sie aber Wissen aus den maßgeblichen Quellen empfangen ist es vollkommen (sabda). Wenn Sie von der Sendeleitung eines Rundfunksenders die Programmvorschau bekommen, erkennen Sie diese an. Sie lehnen sie nicht ab und Sie brauchen auch nicht zu experimentieren, denn Sie haben die Mitteilungen aus der maßgeblichen Quelle empfangen.

Vedisches Wissen wird als sabda- pramana bezeichnet. Ein anderer Name lautet sruti. Sruti bedeutet, dass dieses Wissen nur durch das Ohr zu empfangen ist. Die Vedas unterweisen uns von einer Autorität zu hören, um transzendentales Wissen zu verstehen. Transzendentales Wissen ist Wissen aus einer Welt, die jenseits unseres Universums liegt. Innerhalb unseres Universums gibt es materielles Wissen und jenseits davon transzendentales Wissen. Wir können nicht einmal bis ans Ende des Universums gelangen. Wie können wir also zur spirituellen Welt gehen? Es ist daher unmöglich, durch eigene Kraft umfassendes Wissen zu erwerben.

Es gibt einen spirituellen Himmel. Es gibt noch eine andere Natur, jenseits der manchmal manifestierten und manchmal nicht manifestierten Materie. Doch wie wollen Sie feststellen, daß es tatsächlich einen Himmel gibt, wo die Planeten und ihre Bewohner ewig bestehen? All dieses Wissen ist da, doch wie wollen Sie experimentieren? Es ist nicht möglich. Deshalb müssen Sie die Vedas zu Hilfe nehmen. Das nennt man vedisches Wissen. In unserer Bewegung für Krishna-Bewußtsein nehmen wir Wissen von der höchsten Autorität an, von Krishna [=Gott]. Krishna wird von allen Arten von Menschen als die höchste Autorität anerkannt. Ich spreche zunächst von den beiden Arten von Transzendentalisten. Die einen nennt man Unpersönlichkeitsphilosophen oder Mayavadis. Sie sind im Allgemeinen als Vedantisten bekannt, und ihr Oberhaupt ist Sankaracarya. Die anderen werden als Vaishnavas bezeichnet, und zu ihren Hauptvertretern gehören Ramanujacarya, Madhvacarya und Visnusvami. Sowohl die Sankarasampradaya als auch die Vaisnavasampradaya erkennen Krishna als den Höchsten Persönlichen Gott an. Sankaracarya gilt als ein Vertreter der Unpersönlichkeitslehre, der die Unpersönlichkeit oder das unpersönliche Brahman predigte, doch ist es eine Tatsache, dass er ein verhüllter Persönlichkeitsphilosoph war. In seinem Kommentar zur Bhagavad Gita schreibt er: „Narayana, der Höchste Persönliche Gott, weilt jenseits der kosmischen Manifestation.” Und dann bestätigt er weiter: „Dieser Höchste Persönlicher Gott, Narayana, ist Krishna. Er ist gekommen als der Sohn Devakis und Vasudevas.” Er erwähnt insbesondere die Namen von Krishnas Vater und Seiner Mutter. Krishna wird also von allen Transzendentalisten als der Höchste Persönliche Gott anerkannt. Darüber besteht kein Zweifel.

Unsere Wissensquelle im Krishna-Bewußtsein kommt unmittelbar von Krishna selbst in Form der Bhagavad Gita. Wir haben die Bhagavad Gita unter dem Titel ” Bhagavadgita Wie Sie ist“ veröffentlicht, weil wir Krishna Worte so annehmen, wie Er sie ohne Auslegung ursprünglich gesprochen hat. Das ist vedisches Wissen. Da vedisches Wissen rein ist, nehmen wir es an. Was immer Krishna sagt, nehmen wir an. Das ist Krishna-Bewußtsein. So spart man viel Zeit. Wenn Sie sich an die richtige Autorität oder die richtige Wissensquelle halten, sparen Sie viel Zeit.

Zum Beispiel gibt es in der materiellen Welt zwei Wege, Wissen zu erwerben, den induktiven und den deduktiven. Den deduktiven Weg zu beschreiten bedeutet anzuerkennen, dass der Mensch sterblich ist. Ihr Vater sagt, der Mensch sei sterblich; Ihre Schwester sagt, der Mensch sei sterblich; jeder sagt, der Mensch sei sterblich und daher experimentieren Sie nicht. Sie erkennen es als eine Tatsache an. Den induktiven Weg zu beschreiten bedeutet nachzuforschen, ob der Mensch sterblich ist. Sie müssen jeden einzelnen Menschen untersuchen, und es mag Ihnen der Gedanke kommen, dass es vielleicht einen Menschen gibt, der nicht stirbt, und dass Sie ihn nur noch nicht gesehen haben. Auf diese Weise werden Ihre Nachforschungen nie ein Ende nehmen. Diesen Weg nennt man im Sanskrit aroha oder den aufsteigenden Pfad. Wenn Sie durch persönliche Bemühung oder durch den Gebrauch Ihrer unvollkommenen Sinne Wissen erlangen wollen, werden Sie nie zu den richtigen Schlussfolgerungen gelangen. Es ist einfach nicht möglich.

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BaladevDas

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